Ein Moment, der zu mir gehört
Eine selbst gewählte Erinnerung und ihre heutige Bedeutung würdigen.
METHODENWISSEN · CH
Biografiearbeit beschäftigt sich mit selbst gewählten Erfahrungen und deren heutiger Bedeutung. Bei einer ressourcenorientierten Anwendung bestimmt die Person, welche Erinnerung sie teilen möchte. Ein Gegenstand, ein Ort oder eine Alltagserfahrung kann ein Einstieg sein. Eine vollständige Lebensgeschichte ist nicht nötig.
← Alle MethodenBiografiearbeit hat sich über Jahrzehnte in Sozialer Arbeit, Bildung und Beratung entwickelt. Unterschiedliche erzählerische, gestalterische und alltagsbezogene Formen verbinden vergangene Erfahrungen mit der Gegenwart und möglichen nächsten Lebensschritten.
Wenn eine freiwillig gewählte Erfahrung, ein Gegenstand oder ein Übergang persönlich eingeordnet werden soll. Die Bedeutung bestimmt die erzählende Person. Es geht nicht um eine vollständige Lebensgeschichte.
Fragen Sie vorher, welches Thema willkommen ist. Die Person kann etwas privat lassen oder das Gespräch unterbrechen. Erkunde, was die Erfahrung heute bedeutet, und schliesse mit einer Orientierung im gegenwärtigen Alltag ab.
Lassen Sie Anlass und Tiefe der Erinnerung selbst wählen. Bieten Sie Erzählen, Zeichnen oder Stichworte an. Fragen Sie nach heutiger Bedeutung, ohne Erinnerungen auf Richtigkeit zu prüfen. Notieren Sie nur ausdrücklich freigegebene Inhalte. Schliessen Sie mit der Gegenwart und einer Orientierung für die Zeit nach dem Gespräch.
Vorher klären, welche Zeit oder welches Thema die Person anschauen möchte. Sie entscheidet, was privat bleibt. Ein Alltagsgegenstand oder ein selbst gewählter Moment kann genügen. Nicht nach verborgenen Erinnerungen suchen. Gegenwärtige Bedeutung erfragen und gut im Heute abschliessen.
Lassen Sie die Person einen Gegenstand, eine Zeit oder eine Erfahrung selbst auswählen. Eine vollständige Lebensgeschichte ist nicht erforderlich. Erklären Sie, dass sie Themen auslassen und jederzeit zur Gegenwart zurückkehren kann.
Fragen Sie, was die Erinnerung heute für die Person bedeutet. Ein Ereignis, das Ihnen glücklich erscheint, kann mit Trauer oder Ambivalenz verbunden sein. Korrigieren Sie nicht vorschnell und behandeln Sie Ihre Deutung als offene Vermutung.
Fragen Sie zum Ende, wie es der Person jetzt geht und was sie nach dem Gespräch braucht. Lassen Sie sie entscheiden, ob etwas festgehalten werden soll. Bleiben belastende Gefühle bestehen, klären Sie eine erreichbare Unterstützung statt das Gespräch nur mit einer positiven Erinnerung zu beenden.
Eine Person im Übergang zur Pensionierung möchte über bisherige Wendepunkte sprechen. Fragen Sie, mit welchem Abschnitt sie beginnen möchte und welche Themen privat bleiben sollen. Sie erzählt von einer gelungenen beruflichen Veränderung. Fragen Sie: «Was hat Sie damals getragen? Gibt es etwas davon, das heute noch wichtig ist?» Halten Sie die Bedeutung in den Worten der Person fest, ohne die Lebensgeschichte als Erfolgsweg umzudeuten.
Die Person bestimmt Auswahl und Tiefe. Erinnerungslücken sind keine Aufgabe, die Sie schliessen müssen. Ein biografisches Gespräch ist kein Auftrag, belastende Erfahrungen detailliert zu erzählen.
Eine selbst gewählte Erinnerung und ihre heutige Bedeutung würdigen.
Bisherige Lernerfahrungen für eine aktuelle Aufgabe zugänglich machen.
Einen freiwillig gewählten Gegenstand als Gesprächseinstieg nutzen.
Selbst gewählte frühere Übergänge mit einer aktuellen Veränderung vergleichen.
Eigene Wertvorstellungen und mögliche Veränderungen erkunden.
Eine selbst gewählte Erinnerung an eine verstorbene Person behutsam festhalten.
Alltagserfahrungen vor einem Ortswechsel als eigene Ressourcen würdigen.
Konkrete frühere Arbeitserfahrungen für ein neues Vorhaben beschreiben.