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Gewaltfreie Kommunikation

Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg verbindet ehrlichen Ausdruck mit empathischem Zuhören. Vier Unterscheidungen helfen: Was habe ich beobachtet? Was fühle ich? Welches Bedürfnis ist berührt? Worum möchte ich konkret bitten? Eine Bitte lässt eine ablehnende Antwort zu.

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Hintergrund und Entwicklung

Marshall B. Rosenberg entwickelte die Gewaltfreie Kommunikation. Beobachtung, Gefühle, Bedürfnisse und Bitten helfen dabei, die eigene Sicht verständlich auszudrücken und anderen empathisch zuzuhören.

Wann eignet sich diese Methode?

Wenn eine konkrete Beobachtung, ein Bedürfnis oder eine Bitte geklärt werden soll. Eine Bitte lässt ein Nein zu. Das Modell verpflichtet niemanden, sich freundlich gegenüber einer gefährdenden Person auszudrücken.

Praxis und Anwendung

„Du hörst nie zu“ ist eine Bewertung. „Als ich gestern gesprochen habe, hast du auf dein Handy geschaut“ beschreibt eine konkrete Beobachtung. Ein möglicher Ausdruck lautet: „Ich war enttäuscht, weil mir Aufmerksamkeit wichtig ist. Können wir zehn Minuten ohne Handy sprechen?“ Das ist ein Beispiel, keine vorgeschriebene Satzform.

Gesprächsablauf

Trennen Sie Beobachtung und Bewertung anhand eines konkreten Beispiels. Lassen Sie Gefühle und Bedürfnisse in den Worten der Person benennen. Formulieren Sie gemeinsam eine konkrete, erfüllbare Bitte. Fragen Sie, ob ein Nein tatsächlich möglich wäre. Achten Sie darauf, dass die Struktur die Sprache unterstützt und nicht als starres Schema ersetzt.

Durchführung

Eine überschaubare Situation auswählen. Beobachtbare Vorgänge von Bewertungen trennen. Gefühle und Bedürfnisse als eigene Sicht formulieren. Eine konkrete, machbare Bitte anbieten. Ein Nein muss möglich bleiben. Nach der Sicht der anderen Person fragen.

Hinweise für die Gesprächsführung

Beobachtung von Deutung trennen

Beschreiben Sie eine konkrete Handlung mit Zeitpunkt und Kontext. Wörter wie immer, respektlos oder unmotiviert sind keine neutralen Beobachtungen. Prüfen Sie gemeinsam, ob beide dieselbe Situation meinen, bevor Sie Gefühle und Bedürfnisse erkunden.

Bedürfnis und Strategie unterscheiden

Ein Bedürfnis kann etwa Orientierung oder Ruhe sein. Dass eine bestimmte andere Person eine bestimmte Handlung ausführen soll, ist bereits eine Strategie. Erkunden Sie mehrere Möglichkeiten, das Bedürfnis zu berücksichtigen. Lassen Sie eigene Wörter zu statt ein Formular sprachlich korrekt erfüllen zu lassen.

Eine Bitte muss ein Nein zulassen

Formulieren Sie eine konkrete, verständliche und erfüllbare Bitte. Prüfen Sie, wie Sie reagieren würden, wenn die andere Person ablehnt. Im Zwangskontext benennen Sie verbindliche Vorgaben als solche. Eine freundliche Formulierung macht aus einer Verpflichtung noch keine freie Entscheidung.

Praxisbeispiel

Zwei Teammitglieder streiten über die Übergabe. Trennen Sie eine beobachtbare Situation von der Bewertung «Du bist immer unzuverlässig»: «Bei den letzten zwei Übergaben fehlte die vereinbarte Medikamenteninformation.» Danach ein mögliches Gefühl und Anliegen: «Das verunsichert mich, weil ich sicher weiterarbeiten möchte.» Die konkrete Bitte lautet: «Können wir die Information bei der nächsten Übergabe gemeinsam prüfen?» Fragen Sie nach der Sicht des Gegenübers und einer machbaren Vereinbarung.

Fachliche Einordnung

Gefühle und Bedürfnisse werden nicht als Tatsachen über andere formuliert. Eine Bitte muss ein Nein oder einen Gegenvorschlag zulassen. Fachliche Sicherheitsanforderungen bleiben verbindlich; gewaltfreie Kommunikation ersetzt keine nötige Eskalation bei Gefährdung.

Quellen

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