Mein Viertel aus meiner Sicht
Bedeutsame Orte und Zugangsbarrieren aus der Sicht der Person erfassen.
METHODENWISSEN · CH
Sozialraumorientierung verbindet den Willen der Person mit den Möglichkeiten und Hindernissen ihres Lebensumfelds. Dazu gehören Orte, Kontakte, Dienste, Wege und institutionelle Bedingungen. Ein Angebot auf einer Liste ist erst dann eine Unterstützung, wenn es erreichbar, bezahlbar und passend ist.
← Alle MethodenDas Fachkonzept Sozialraumorientierung wird unter anderem von Wolfgang Hinte und dem ISAB vertreten. Es verbindet den Willen der Menschen mit Eigeninitiative, persönlichen und örtlichen Ressourcen sowie der Zusammenarbeit von Diensten.
Wenn Teilhabe an einem Ort, Zugang zu Angeboten oder die Zusammenarbeit von Diensten das Anliegen ist. Der Schwerpunkt liegt auf Umfeld und Zugangsbedingungen, nicht nur auf persönlichen Fähigkeiten.
Beginne mit dem eigenen Anliegen. Prüfen Sie zusammen Zugänglichkeit, Sicherheit, Kosten und gewünschte Begleitung. Klären Sie vor einer Kontaktaufnahme das Einverständnis und halte fest, wer den nächsten Schritt übernimmt.
Beginnen Sie bei den Interessen der Person. Erfassen Sie Orte, Kontakte und Angebote aus ihrer Sicht. Prüfen Sie den tatsächlichen Zugang: Weg, Kosten, Sprache, Öffnungszeiten und Begleitung. Unterscheiden Sie eigene Wünsche von institutionellen Aufträgen. Vereinbaren Sie einen überprüfbaren Schritt mit einer klaren Zuständigkeit.
Den eigenen Willen der Person von Erwartungen der Einrichtung unterscheiden. Orte, Kontakte und Hindernisse sammeln. Zugänglichkeit, Kosten und Sicherheit prüfen. Kontaktaufnahme nur mit passender Zustimmung. Einen realistischen Weg vereinbaren und die Verantwortung dafür benennen.
Fragen Sie, was der Person in ihrem Alltag wichtig ist, bevor Sie Angebote aufzählen. Ein passendes Angebot folgt nicht allein aus einer vorhandenen freien Stelle. Halten Sie fest, welche Tätigkeit, Beziehung oder Veränderung die Person selbst anstrebt.
Prüfen Sie Öffnungszeiten, Anreise, Kosten, Sprache und bauliche oder kommunikative Barrieren. Besprechen Sie, ob ein erster Kontakt begleitet werden soll. Holen Sie die Zustimmung ein, bevor Sie Dritte einbeziehen. Ein Eintrag auf einer Angebotsliste bedeutet noch keinen nutzbaren Zugang.
Vereinbaren Sie eine konkrete Zuständigkeit für Kontakt und Rückmeldung. Vermeiden Sie mehrere parallele Aufträge ohne Abstimmung. Fragen Sie die Person, welche Informationen weitergegeben werden dürfen. Überprüfen Sie, ob die Zusammenarbeit ihren Alltag erleichtert oder zusätzliche Wege schafft.
Ein älterer Mensch möchte wieder häufiger aus dem Haus, ein Gruppenangebot ist ihm aber unangenehm. Zeichnen Sie gemeinsam vertraute Orte und Wege auf. Fragen Sie: «Wo fühlen Sie sich willkommen? Was erschwert den Weg dorthin?» Die Person nennt den Quartierladen und eine fehlende Sitzbank. Planen Sie nicht automatisch eine neue Massnahme, sondern klären Sie den gewünschten Kontakt und die konkrete Zugangsbarriere.
Der Wille der Person bleibt Ausgangspunkt. Ein vorhandenes Angebot ist nicht automatisch passend. Prüfen Sie Erreichbarkeit, Kosten, Sprache und Zugänglichkeit. Übernehmen Sie die vereinbarte institutionelle Aufgabe, statt die ganze Veränderung der Person zu überlassen.
Bedeutsame Orte und Zugangsbarrieren aus der Sicht der Person erfassen.
Eine tatsächliche Teilnahme praktisch vorbereiten.
Eigene Interessen von vorgeschlagenen Angeboten unterscheiden.
Zuständigkeiten und Übergänge nachvollziehbar vereinbaren.
Ein eigenes Interesse in eine erreichbare Aktivität übersetzen.
Konkrete Zugangsbedingungen eines gewünschten Angebots prüfen und Verantwortlichkeiten klären.
Einen häufig genutzten Weg aus Sicht des Kindes verstehen und Begleitung klären.
Ein gewünschtes Freizeitangebot finden und erste Zugangsfragen klären.
Ein selbst gewähltes Engagement auf tatsächliche Zugänglichkeit prüfen.
Einen gewünschten Abendweg mit erreichbarer Unterstützung planen.
Eine gewünschte soziale Begegnung und tatsächliche Zugangsmöglichkeiten erkunden.
Zugänglichkeit einer konkreten Fahrt und eine Alternative bei Hindernissen prüfen.
Gewünschte soziale Kontakte von Erwartungen anderer unterscheiden und konkret planen.
Zugangsbarrieren eines konkreten Angebots mit betroffenen Personen überprüfen.
In einem lokalen Netzwerk tatsächliche Zuständigkeiten und Anschlusslücken sichtbar machen.